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Für die Jugendsozialarbeit ist es notwendig, die Bildungs‐, Sozial‐ und Arbeitsmarktpolitik einzubeziehen sowie vielfältige Angebote zu koordinieren, wenn es darum geht, die Integrationschancen junger Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf zu verbessern. So sehen es auch die gesetzlichen Grundlagen im Kinder‐ und Jugendhilferecht mit dem § 13 (4) SGB VIII vor. Ein wesentliches Anliegen und für eine zukünftige kohärente Förderung unabdingbar ist die Überwindung bestehender Probleme angesichts der unterschiedlichen Verantwortlichkeiten für die Lebenslagen und Bedarfe junger Menschen zwischen den verschiedenen Politikfeldern, wie es auch im bestehenden Koalitionsvertrag der Bundesregierung als Handlungsbedarf angesprochen wird. Vor allem für die bessere Kooperation zwischen der Grundsicherung, der Arbeitsförderung und der Kinder‐ und Jugendhilfe ist es aus Sicht des Kooperationsverbundes unbedingt notwendig, dass im Rahmen der fortschreitenden inklusiven Förderung aller Kinder und Jugendlichen außerdem gesetzliche Regelungen und Tatbestände aus dem Bereich der Rehabilitation (SGB IX) und der Sozialhilfe (SGB XII) verstärkt in den Blick genommen werden.

Auch 2012 will der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit auf die aktuellen Rahmenbedingungen für benachteiligte Jugendliche am Übergang Schule‐Beruf Einfluss nehmen. Diese Rahmenbedingungen haben sich in den vergangenen Monaten durchaus geändert: Der Ausbildungsmarkt entwickelt sich immer mehr von einem Angebots‐ zu einem Nachfragemarkt. Das bedeutet: Die Zahl der Jugendlichen, die eine Ausbildungsstelle suchen, hat deutlich abgenommen. Die Unternehmen haben Schwierigkeiten, ihre Ausbildungsstellen zu besetzen und ihren Nachwuchs zu rekrutieren. Gleichzeitig beginnt – branchenspezifisch unterschiedlich – der Fachkräftemangel (besonders im Handwerk) zu wirken; die Nachbesetzung von Stellen für Fachkräfte wird zunehmend schwieriger.

Leider kommt diese geänderte Ausgangssituation den Zielgruppen der Jugendsozialarbeit nicht ohne weiteres zugute: Viele Unternehmen haben noch nicht erkannt, dass sie auch Jugendlichen eine Chance geben müssen, die nicht mit Spitzenzeugnissen aus der Schule kommen. Noch immer herrscht ein Beklagen der mangelnden Kenntnisse und Verhaltensweisen der jugendlichen Schulabgänger/‐ innen vor. Gleichzeitig kürzt jedoch die Bundesagentur für Arbeit massiv die Mittel für Unterstützungsmaßnahmen, weil sie davon ausgeht, die Betriebe würden sich jetzt bereits offensiv für diese Jugendlichen engagieren.

Die veröffentlichten Zahlen des Ausbildungspaktes bilden eben nur einen kleinen Teil der Wirklichkeit ab: Zwar trifft es zu, dass 30.000 Ausbildungsplätze zu Beginn des Ausbildungsjahres nicht besetzt werden konnten. Die Zahl der ausbildungssuchenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist aber wesentlich höher als angegeben: Alle Bewerber/‐innen, die in eine Maßnahme des Übergangssystems einmünden (Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, schulisches Berufsvorbereitungsjahr, Eingliederungspraktikum in Betrieben), werden in der offiziellen Statistik nicht als suchend ausgewiesen. Dabei handelt es sich zurzeit um annähernd 250.000 Jugendliche, die eine Ausbildungsstelle anstreben, aber bei der Suche leer ausgegangen sind.

Aufgabe von Jugendsozialarbeit ist es nun, pädagogische Methoden und Angebote so weiterzuentwickeln, dass möglichst alle diese Jugendlichen eine Ausbildung und Qualifizierung bewältigen können. Gleichzeitig gilt es, für Jugendliche, die die Suche schon aufgegeben haben und die in der Gefahr stehen, langfristig ausgegrenzt zu werden, neue Wege zu finden, um sie an Bildung und Beschäftigung wieder heranzuführen. Nicht zuletzt dürfen die 1,9 Millionen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die bislang ohne berufliche Qualifikation geblieben sind, nicht einfach aus dem Blick geraten – stattdessen müssen neue Möglichkeiten der Nachqualifizierung und der sozialen Integration erprobt werden.

Diese Herausforderungen sind in einem Umfeld zu bewältigen, in dem allen Beteiligten immer deutlicher wird, dass die Kommunen eine stärkere Verantwortung und Koordinationsfunktion übernehmen müssen, aber das bei notorisch schlechter Kassenlage.

Auf den folgenen Unterseiten finden Sie Informationen zu den aktuellen Aktivitäten des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit.



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