Ausbildung für alle - auch für junge Flüchtlinge!
Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit fordert den Wegfall der ausländerrechtlichen Beschränkungen bei der Arbeitsförderung

Berlin, 3. November 2014. "Bildung und Ausbildung sind Grundrechte für alle jungen Menschen – sie dürfen nicht abhängig sein vom rechtlichen Status einer Person", fordert Doris Beneke, Sprecherin des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit. Anlass sind die Rückmeldungen vieler Träger der Jugendsozialarbeit, die große Probleme mit der Förderung durch die Jobcenter haben, wenn sie junge Flüchtlinge unterstützen und auf den Weg in eine Ausbildung vorbereiten und begleiten wollen.

Zwar sind Verbesserungen geplant: So sollen künftig Ausbildungsförderung und Ausbildungsbeihilfe für Asylsuchende und Geduldete zumindest nach 15 Monaten möglich sein. Bislang mussten diese mindestens vier Jahre warten. "Dies wäre ein wichtiger Fortschritt", betont Beneke. "Aber auch 15 Monate ohne Perspektive sind für Jugendliche viel zu lang. Außerdem sind junge Menschen mit einer Aufenthaltsgestattung von dieser Verbesserung weiterhin ausgeschlossen." Der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit setzt sich dafür ein, dass ausbildungsvorbereitende und ausbildungsunterstützende Maßnahmen sowie die Förderung durch die Jugendhilfe für alle jungen Menschen mit Unterstützungsbedarf gewährt werden – unabhängig von ihrem aufenthaltsrechtlichen Status. Der Kooperationsverbund appelliert an die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, die ausländerrechtlichen Einschränkungen im SGB III in Bezug auf den Förderfähigen Personenkreis (§ 59 Abs. 1-3) wegfallen zu lassen und sich für eine andere Praxis der Gewährung von Berufsvorbereitenden oder Ausbildungsbegleitenden Hilfen durch die Jobcenter einzusetzen. "Die Ausbildung junger Fachkräfte darf nicht an aufenthalts- oder sozialrechtlichen Hürden scheitern", so Doris Beneke.

Im Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit haben sich die Arbeiterwohlfahrt (AWO), die Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit (BAG EJSA) und die Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS), die Bundesarbeitsgemeinschaft örtlich regionaler Träger der Jugendsozialarbeit (BAG ÖRT), DER PARITÄTISCHE Gesamtverband (DER PARITÄTISCHE), das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und der Internationale Bund (IB) zusammengeschlossen. Sein Ziel ist es, die gesellschaftliche und politische Teilhabe von benachteiligten Jugendlichen zu verbessern.


Pressemitteilung (353kB)


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