Deutscher Qualifikationsrahmen (DQR)

Seit November 2010 liegt ein Entwurf für einen Deutschen Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (DQR) vor; ursprünglich sollte dieser bis Ende 2011 in eine Form gebracht sein, die dem Europäischen Prozess genügt. In diesen Rahmen sollen alle Qualifikationen, in welchem Lernkontext auch immer sie erworben wurden, in transparenter Weise eingebunden werden. Bisher ist die Einbindung von Lernergebnissen des non-formalen und informellen Lernens nur beabsichtigt. Die konkrete Einbeziehung befindet sich aktuell in der Diskussion.

Ausgangspunkt für die Aktivitäten des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit war eine Fachtagung im November 2009, auf der Möglichkeiten diskutiert wurden, non-formal und informell erworbene Kompetenzen in einem DQR sichtbar zu machen. Es wurde deutlich, dass der Deutsche Qualifikationsrahmen seine Aufgabe, ein kompetenzbasiertes Referenzsystem zu schaffen und zu einer höheren Transparenz und Durchlässigkeit des Bildungssystems beizutragen, nur leisten kann, wenn die Einbeziehung, Sichtbarmachung und Anrechenbarkeit non-formal und informell erworbener Kompetenzen gelingt. Inzwischen haben auch die Sozialpartner sowie die Prüfgruppen, die vom Arbeitskreis Deutscher Qualifikationsrahmen und der Bund-Länder-Arbeitsgruppe Deutscher Qualifikationsrahmen eingesetzt wurden, die Schwierigkeiten deutlich gemacht, beruflich orientierte und beruflich erworbene Handlungskompetenzen ohne Einbeziehung non-formal und informell erworbener Kompetenzen zu beschreiben. Die genannten Probleme stellen sich noch deutlicher im sogenannten Übergangssystem (Übergang Schule-Beruf) dar. In berufsorientierenden und berufsvorbereitenden Bildungsangeboten erworbene Kompetenzen werden hautsächlich im non-formalen Bereich gewonnen; sie werden in der Regel nicht formal anerkannt, z. B. durch Anrechenbarkeit auf eine Ausbildung.

Um die Chancen junger, vor allem auch bildungsbenachteiligter Menschen auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt zu verbessern, muss die Anerkennung non-formal und informell erworbener Kompetenzen in die Entwicklung des DQR einbezogen werden.

Veröffentlichungen

  • "Den Einstieg in den Beruf erleichtern"
    Eckpunkte zur Anerkennung von non‐formal und informell erworbenen Kompetenzen junger Menschen und ihre Einordnung in einen Deutschen Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (DQR)

    Gemeinsam mit Jugend für Europa, dem Internationalen Bund, IN VIA, der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit und dem Deutschen Verein freuen wir uns, Ihnen das folgende Eckpunktepapier präsentieren zu können:
    Eckpunktepapier (283kB)

  • Gutachten zum Eckpunktepapier
    Dr. Harry Neß (Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung)
    Gutachten Neß (228kB)

  • "Der Deutsche Qualifikationsrahmen – eine Chance zur Integration benachteiligter Jugendlicher?"
    Positionspapier vom Mai 2008
    Positionspapier (521kB)

Weitere Informationen

  • Einigung bei der Einführung des Deutschen Qualifikationsrahmens
    Pressemitteilung des BMBF vom 31. Januar 2012
    http://www.bmbf.de/press/3230.php

  • „Gleichwertigkeit von Berufsausbildung und Abitur sichern“
    Rede des Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundesministerium für Bildung und Forschung, Dr. Helge Braun, am 26. Januar 2012 im Plenum des Deutschen Bundestags
    Rede Dr. Helge Braun, BMBF (35kB)

  • "Der Deutsche Qualifikationsrahmen und seine Folgen für die
    Jugendsozialarbeit"

    Artikel in der DREIZEHN, Ausgabe 3
    Artikel DREIZEHN, Ausgabe 3 (150kB)

Weiterführende Links






Deutscher Qualifikationsrahmen

Federführung:
BAG KJS
Michael Rölver
E-Mail

Veröffentlichungen des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit

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