Jugendsozialarbeit in der Arbeiterwohlfahrt (AWO)

Jugendsozialarbeit besitzt in der AWO eine lange Tradition, die durch viele zeitgeschichtliche Epochen hindurch ihren Auftrag bewahrt hat, indem sie sich immer wieder neuen Herausforderungen stellte.

Es war nicht nur die aktuelle Not der Menschen nach dem 1. Weltkrieg, die zur Idee einer „Arbeiterwohlfahrt“ führte und 1919 von der Reichstagsabgeordneten Marie Juchacz umgesetzt wurde. Politisches Ziel war es, die unterdrückende Armenpflege des alten Kaiserregimes abzulösen, die Folgen der Massenarbeitslosigkeit zu mildern und die Idee der Selbsthilfe und Solidarität in die moderne Wohlfahrtspflege hinein zu tragen. So entstand eine Vielzahl von Diensten und Einrichtungen der AWO: Mittagstische, Nähstuben, Werkstätten, Beratungsstellen. Die AWO wurde zur Helferorganisation und später zu einem Wohlfahrtsverband für sozial bedürftige Menschen – unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Geschlecht und ihrer Konfession. Dieser Tradition fühlt sich die Jugendsozialarbeit mit ihrem Integrationsanspruch für benachteiligte junge Menschen verpflichtet.

Leitbild und Grundsatzprogramm der Arbeiterwohlfahrt bilden heute die moderne Grundlage des Profils der Jugendsozialarbeit bei der Arbeiterwohlfahrt. Daraus resultieren die Leitgedanken für die Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen und Förderangeboten der Jugendsozialarbeit, insbesondere

  • Förderung von Jugendlichen im Übergang von der Schule in den Beruf
  • Orientierung der Förderung an der individuellen Lebenssituation der Jugendlichen, ihren Interessen und ihren Potenzialen
  • Sozialpädagogische Begleitung als integraler Bestandteil beruflicher Bildungsmaßnahmen
  • Förderung von Schlüsselkompetenzen zur Unterstützung der Persönlichkeitsentwicklung, zur Entwicklung von Selbsthilfepotenzial, zur Befähigung eigener Interessenvertretung und zu solidarischem Handeln, zur selbstverantwortlichen Lebensgestaltung sowie für eine eigenständige Berufswegplanung

Die Arbeiterwohlfahrt versteht sich als Anwalt für die Interessen der Zielgruppen der Jugendsozialarbeit und alle von Arbeitslosigkeit betroffenen Personen. Dabei zeigt sie soziale und gesellschaftliche Probleme und ihre Ursachen auf, schlägt Lösungsansätze vor und fordert ihre Umsetzung von Politik und Gesellschaft ein – ein Anliegen, welches die AWO seit ihrer Gründung zu ihrem Selbstverständnis und zu ihrer sozialpolitischen Verpflichtung zählt, um gleiche Bildungs- und Lebenschancen für alle Jugendlichen zu verwirklichen. Dazu mischt sie sich in die Politik durch Beiträge in der öffentlichen Diskussion ein, entwickelt beispielhaft Lösungsansätze in der Praxis und fordert von Politik und Gesellschaft notwendige Rahmenbedingungen ein, die förderlich für die soziale Integration benachteiligter Jugendlicher sind und ihre (Aus-)Bildungs- und Beschäftigungschancen erhöhen. Ausbildung und Beschäftigung für alle Jugendlichen ist dabei die zentrale Forderung und Zielsetzung der Arbeiterwohlfahrt.
Zur Erreichung dieser Ziele kooperiert der AWO Bundesverband mit Partnern in Politik, Verwaltung, Wissenschaft und anderen Verbänden auf der Bundesebene, z. B. auch im Rahmen des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit.


Bereiche im Kooperationsverbund

Im Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit ist die Arbeiterwohlfahrt (AWO) federführend fürBildung und "Kompetenzentwicklung" verantwortlich.

Kontakt

AWO Arbeiterwohlfahrt
Bundesverband e. V.

Heinrich-Albertz-Haus
Blücherstr. 62/63
10961 Berlin
Tel.: 030 / 26 30 9-0
Fax: 030 / 26 30 932-599

E-Mail: info@awo.org
Homepage: www.awo.org
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